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1 9 0 8 E R S T E B E R A T U N G E N von Dr. Stephan Schwenke
Die Wasserversorgung der Städte wurde bis in die Frühe Neuzeit durch Brunnen gedeckt. In der Stadt Lingen existierten mehrere solcher Brunnenanlagen, aus denen die Bürger ihren täglichen Wasserbedarf deckten. Die Qualität des Trinkwassers war aber unterschiedlich und abhängig von der Lage des jeweiligen Brunnens. Nicht zuletzt deswegen vermutete man 1877 verseuchtes Trinkwasser als Ursache für eine Diphtherie-Epidemie in der Stadt. Mit Ausbau des modernen Verkehrswesens stieg auch in Lingen die Bevölkerung an. Hatte man 1895 ca. 6700 Einwohner, waren es 1920 bereits 11000. Dieser rasante Anstieg der Bevölkerung machte aber auch eine Verbesserung der Wasserversorgung notwendig.
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1 9 0 9 W I R D D E R W A S S E R T U R M G E B A U T Der Plan des Ingenieurs Glaß sah vor, im Stroot-Gebiet 2 Brunnen zu bohren, die durch eine Hebeleitung mit einem Wasserturm verbunden wurden. Der Wasserturm sollte, auch des einheitlichen Betriebs wegen, beim Gaswerk errichtet werden. Mit dem Bau des Wasserturms wurde 1909 die Firma G. Lühn beauftragt. Dem in ziegelbauweise errichteten, sich nach oben verjüngenden Turm ist ein stählender Wasserbehälter aufgesetzt worden, den man außen mit Blendfenstern verzierte. Aufgesetzt wurde ihm noch eine zeltdachförmige, ziegelgedeckte Haube. Der Wasserturm sicherte die Versorgung der Stadt bis 1984 und gehört heute noch mit seiner Höhe von 42,6 Meter unwiderruflich zum Lingener Stadtbild.
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