Der Heimatverein wurde 1963 gegründet. Er nannte sich zunächst „Heimatverein für den Kreis Lingen“; seine Tätigkeit erstreckte sich über das gesamte damalige Kreisgebiet. Nach der Gebietsreform gab er sich 1978 den Namen „Heimatverein für das Lingener Land“. Eine erneute Umbenennung erfolgte 1986. Entsprechend seinem vorrangigen Tätigkeitsgebiet nennt sich der Verein seitdem „Heimatverein Lingen (Ems)“. Der Heimatverein Lingen (Ems) hat heute ca. 479 Mitglieder.
Die Erforschung der regionalen Geschichte fördert der Heimatverein auf verschiedene Weise. Er unterstützt die Drucklegung und Verbreitung heimatkundlichen Schriften durch finanzielle Zuschüsse oder tritt selbst als Herausgeber auf. Viele Mitglieder arbeiten als aktive Heimatforscher in verschiedenen Arbeitsgruppen mit. Umfangreich ist die Liste der Bücher und Aufsätze, die in den vergangenen Jahrzehnten veröffentlicht wurden. Regelmäßig veranstaltet der Heimatverein zusammen mit dem Stadtarchiv den „Tag der Lingener Geschichte“. Zahlreiche schriftliche und gegenständliche Zeugnisse du Heimatgeschichte wurden durch den Heimatverein und seine Mitglieder dem Emslandmusem Lingen und dem Stadtarchiv Lingen übergeben und stehen dadurch der Allgemeinheit zur Verfügung.
Helga Hanauer
.Anlässlich des Lingener Stadtjubiläums 1975 entfachte Helga Hanauer, die letzte jüdische Bürgerin der Stadt, mit einem Leserbrief eine Debatte über das kollektive Schweigen zur NS-Vergangenheit. Sie kritisierte scharf, dass die offizielle Festschrift das Schicksal der jüdischen Gemeinde mit keinem Wort erwähnte, und forderte eine offene Erinnerungskultur sowie einen Gedenkstein am Ort der zerstörten Synagoge. Ihre Initiative stieß auf heftige Reaktionen zwischen Einsicht, Ausflüchten und offener Abwehr – die Aufstellung des Mahnmals im Jahr 1977 erlebte sie nach ihrem frühen Freitod jedoch nicht mehr.
75 Jahre Hans-Böckler-Haus
Das im September 1951 am Lingener Gasthausdamm fertiggestellte Hans-Böckler-Haus steht sinnbildlich für den gewerkschaftlichen Wiederaufbau im Emsland nach dem Zweiten Weltkrieg. Über sechs Jahrzehnte lang diente der solide Zweckbau als zentraler Sitz des Deutschen Gewerkschaftsbundes und verschiedener Industriegewerkschaften. Nach dem Auszug der Gewerkschaften im Jahr 2017 wurde das traditionsreiche Gebäude unlängst saniert und beherbergt heute medizinische Einrichtungen.
50 Jahre Tierschutzverein Lingen
Der 1976 offiziell ins Vereinsregister eingetragene Tierschutzverein Lingen setzte sich von Beginn an unter hohem ehrenamtlichem Einsatz für das Wohl herrenloser und verwahrloster Tiere ein. Nach jahrzehntelangen Notlösungen auf dem städtischen Bauhof und einem viel zu kleinen Domizil am Horstweg konnte 2006 schließlich das moderne Tierheim am Husarenweg eröffnet werden. Im Jahr 2026 blickt die Institution damit stolz auf ihr 50-jähriges Vereinsbestehen sowie das 20-jährige Jubiläum ihres heutigen Standorts zurück.






